DER AUFRECHTE GANG:
MIT HECKANTRIEB AUF DIE ÜBERHOLSPUR
Der aufrechte Gang ist eine überaus bedeutsame Eigenschaft unserer menschlichen Spezies!
Wenn sich unsere menschlichen Hominiden-Vorfahren (es handelte sich um Hominiden der Art Australopithecus afarensis) nicht aufgerichtet und zu Zweibeinern geworden wären, wäre unsere evolutionsbiologische Erfolgsgeschichte mit Sicherheit ausgeblieben! Das Gehirn ist ein Adaptions-Organ, d.h. es passt sich an äußere Bedingungen an. Das „Freiwerden“ der Vordergliedmaßen (und somit erweiterte Bewegungsmöglichkeiten des Körpers) war ein sehr wichtiger Impuls für seine Weiterentwicklung.
Niemitz (siehe Buchempfehlung am Schluss des Kapitels) vertritt die HYPOTHESE, dass sich unsere Urahnen entgegen der allgemeinen Annahme nicht mitten in der afrikanischen Savanne, sondern viel wahrscheinlicher in Küstenbereichen großer Binnengewässer oder an Meeresküstenbereichen aufgerichtet haben.
Man muss sich zunächst fragen, welche Vorteile eine Körperaufrichtung den frühen Hominiden gebracht haben könnte! Konnten sie sich dadurch etwa schneller fortbewegen? Fehlanzeige! Jeder Affe hopst weitaus schneller, als ein Mensch laufen kann. Konnten sie dann weiter blicken? Ja- gewiss! Aber ist es das wert? Das bedeutet im Gegenzug, dass man sowohl von Beutetieren als auch von Fressfeinden ebenfalls schneller gesehen wird. Da der Mensch aber im Vergleich zu den meisten vierbeinigen Landtieren nicht sonderlich schnell zu Fuß ist, kann ein Früher-gesehen-werden mitunter recht unangenehme Folgen haben! Außerdem: Will sich ein Affe einen Überblick verschaffen, kann er sich ja zwischendurch aufrichten, sich räumlich orientieren und dann wieder in gewohnter Manier (soz. „dreibeinig“, also auf den Füßen, mit vorgebeugtem Oberkörper und auf den Fingerknöcheln einer Hand aufgestützt) auf das Ziel zubewegen. Plausibler hingegen erscheinen Vorteile des Aufrecht-Gehens in Bezug auf die Wärmeregulation des Körpers. Ein aufrecht gehender Mensch bietet der Sonne weniger Angriffsfläche. Aber das ist nicht unbedingt eine Erklärung, wie es dazu kam!
Wenn man wildlebende Affen beobachtet, stellt man erstaunt fest, dass sie sich so gut wie nie absichtlich aufrichten. Sie können sich grundsätzlich für kurze Zeit aufrichten und auch einige Schritte ohne Unterstützung der Arme gehen – wenn sie wollen! Ein spektakuläres Beispiel eines nachhaltig aufgerichteten Schimpansen lebte vor einiger Zeit in einem israelischen Zoo. Nach einer überstandenen Hirnhautentzündung zeigte das Tier dieses untypische Verhalten und belegte eindrucksvoll, dass es einem Affen prinzipiell keinesfalls unmöglich ist!
Dennoch tun sie es im Allgemeinen fast nie. Anstatt sich nach Früchten zu recken die sich über ihrer Kopfhöhe befinden, klettern sie entweder die Pflanze hoch oder biegen den Ast herunter. Nicht einmal für sexuelles Imponiergehabe richten sie sich auf!
Da unsere frühen Vorfahren aus einer Affen-Abstammungslinie ausscherten* und auch die Lebensgewohnheiten und -bedingungen von Affen teilten, fragt man sich, warum sie dann ausgerechnet auf diesen „Faible“ gekommen sind, zumal die Vorteilhaftigkeit des aufrechten Ganges unter den damaligen Bedingungen durchaus in Frage gestellt werden muss?!
*=) Die Ergebnisse aus vergleichenden Analysen der Chromosomen, der DNA, der ribosomalen und mitochondralen DNA gelten innerhalb der Naturwissenschaft als harter Beleg für diesen Sachverhalt.
Der menschliche Fuß
Mit dem Fuß des Menschen scheint das Gegenteil von dem geschehen zu sein, was seinem Hirn widerfuhr! Das Gehirn wurde immer größer und komplexer! Es erreichte eine beispiellose Verschaltungsarchitektur mit unzähligen wechselwirkenden Rückkopplungsschleifen! Es erhielt einen präfrontalen Cortex von einer kritischen Größe, der uns ein Bewusstsein und die Fähigkeit zum selbstbezogenen, planerischen Handeln verleiht!
Und der Fuß?! Von einem einstmals universell einsetzbaren Greiforgan ist nur noch ein reiner Stand- und Gehfuß übriggeblieben. Wer nicht durch unglückliche vorgeburtliche Fehlbildung ohne Arme geboren wird, verzichtet i.d.R. gern auf die stark eingeschränkten Greiffunktionen, die man mit einem Menschenfuß bei entsprechendem Training noch ausführen kann. Unsere modernen Lebensumstände erfordern dies schließlich auch nicht und die verloren gegangene Greiffunktion wird durch den völlig aufgerichteten zweibeinigen Gang und die dadurch komplett frei gewordenen Arme und Hände maximal superkompensiert!
Dieser Umstand ist unter einem besonderen Gesichtspunkt interessant, weil er auf makroskopischer Ebene belegt, dass auch ein lokaler Funktionsverlust oder eine lokale Funktionseinschränkung die Höherentwicklung eines Gesamtystems begünstigen kann! In Bezug auf Genmutationen behaupten die Kreationisten (eine religiös-fanatische Gruppe, welche die Evolutionstheorie radikal ablehnt), im Widerspruch zu erwiesenen Tatsachen vehement, dass diese IMMER nachteilige, den Überlebensvorteil mindernde Ergebnisse, nach sich ziehen würden!
Wir haben im Allgemeinen nicht das Gefühl ziemlich große Füße zu besitzen! Wir werden so geboren und sind automatisch daran gewöhnt. Außerdem laufen alle anderen Menschen auch so rum!
In Wirklichkeit aber haben wir tatsächlich ziemlich große Flossen! Eigentlich sogar deutlich zu große!
„Betrachtet man die Fußsohlen eines Gorillas, eines Schimpansen und eines Menschen nebeneinander, so erkennt man, dass der Fuß des Schimpansen eine recht kleine Sohlenfläche besitzt. Beim Gorilla und beim Menschen fallen die „Naturschuhe“ eine Nummer größer aus. Für den Unterschied zwischen Schimpansen und Gorilla ist deren Gewicht verantwortlich; ein kräftiger Prachtkerl von Gorilla beispielsweise braucht für seine über 180 Kilogramm Körpermasse (beim Grauers Gorilla im Osten des Kongos bringen die Silberrücken auch ohne weiteres 200 Kilogramm auf die Waage) eben eine entsprechend größere Unterlage. Außerdem stützen sich diese Menschenaffen auch auf den Knöcheln der Finger ab. Diese Fläche muss man hinzuzählen. Trotzdem fällt die Standfläche des menschlichen Fußes im Vergleich erstaunlich groß aus…“
„……….Größere Füße als nötig hat aber kein Säugetier. Denn beim Gehen muss jedes Gramm des aufgesetzten, also stehenden Fußes auf eine den Körper überholende Geschwindigkeit beschleunigt und dann zum Aufsetzen wieder abgebremst werden. Ein höheres Gewicht des Fußes kostet unnötig Energie. Schlimmer aber ist, dass sich jedes überflüssige Gramm messbar vermindernd auf die erreichbare Spitzengeschwindigkeit auswirkt! Jedes Tier mit etwas schwereren Füßen fällt also einem Raubfeind leichter zum Opfer……“
Aus „Das Geheimnis des aufrechten Gangs“; C. Niemitz; Verlag C.H.Beck München, S.114 u. 115
Der anatomische Hauptunterschied zwischen Affen- und Menschenfuß liegt in der beim Menschen verlorengegangenen Fähigkeit, die Großzehe, analog zum Daumen der Hand, durch ein entsprechend bewegliches Grundgelenk, opportun gegen die anderen Endglieder ausrichten und dementsprechend gut greifen zu können.
Davon abgesehen ist der menschliche Fuß im Verhältnis viel zu groß, jedenfalls in Bezug eine optimale Sprintgeschwindigkeit. Aus Größe, Gewicht und Proportion des menschlichen Körpers ergäbe sich hierfür keine Notwendigkeit.
Allerdings: Für langsames Waten und Wandern sind große Füße erstaunlicherweise wieder besser geeignet!
„Beim langsamen Gehen treffen aber völlig andere funktionelle Bedürfnisse zu als bei der schnellen Flucht vor einem Raubtier: Das Vorschwingen des Spielbeines und des unbelasteten Fußes erfolgt zu einem ganz maßgeblichen Anteil mit außerordentlich geringer Muskelbeteiligung, weil das hinten lediglich leicht abgehobene Bein ohne Muskelkraft als Pendel nach vorne schwingen kann.“
Aus „Das Geheimnis des aufrechten Gangs“; C. Niemitz; Verlag C.H.Beck München S. 116
Der Mensch scheint also von Grund auf für gemütliches oder sagen wir ausdauerndes Wandern (oder Waten) konstruiert zu sein!
Nicht nur die Füße, auch die Relationen zwischen Rumpflänge und Länge der Beine variiert beim Menschen gegenüber den Affen! Der Mensch hat weitaus längere Beine!
Ich will es kurz machen. Auf was will der Autor Carsten Niemitz hinaus?
Wie eingangs erwähnt vermutet er den Beginn des aufrechten Ganges innerhalb von Hominiden-Populationen, die in Ufergebieten von Küsten- oder Binnengewässern lebten. In seinem heutigen Zustand bietet der afrikanische Kontinent, der schlechthin als die Wiege der Menschheit gilt, zwar wenig Örtlichkeiten dieser Art. Vor 5 bis 7 Millionen Jahren war das jedoch anders, wie mittlerweile aus stichhaltigen geologischen Befunden geschlossen werden darf.
In einem solchen Lebensraum bestünde die Möglichkeit, qualitativ hervorragende Nahrung mit einem hohen Anteil an tierischen Proteinen mit vergleichsweise geringem Aufwand zu finden! Schalen- und Krustentiere wie Krebse, Krabben, Muscheln, anderweitige Wirbellose sowie manche Amphibien und kleinere Fische kämen als Beute in Frage! Diese Nahrungstiere wären in einem warmen afrikanischen Küsten- oder Binnengewässer stetig vorhanden und ihr natürlicher Bestand wäre nur geringfügigen jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen!
Die leichte Beute im Flachwasser einzusammeln ist viel einfacher und ungefährlicher, als sich mit schnell und ausdauernd flüchtenden oder mit großen, wehrhaften Beutetieren (wie z.B. Mammuts) herumzuschlagen. Das taten die Urmenschen erst viel später als ihre Hirne dazu fähig waren, Jagdstrategien anzuwenden und gefährliche, scharfe Waffen zu benutzen!
Dieses Szenario bietet also (auch) eine denkbare Antwort, woher die Vormenschen jene enorme und vom Verdauungstrakt leicht zu entschlüsselnde Nahrungsenergie bezogen haben könnten, die für die Entstehung eines extrem viel Energie verbrauchenden Luxus-Gehirns nötig war. Um diesen Prozess zu ermöglichen, musste nämlich am menschlichen Körper auf Kosten der Darmlänge gespart werden! Der Verdauungstrakt ist neben dem Hirn der zweitgrößte Energiefresser im Körper (siehe Ausführungen unter Kapitel „Die Evolution des Gehirns“ auf der Startseite).
Die im Grunde „zu großen“ Füße des Menschen könnten den Zweck erfüllt haben, ein zu tiefes Einsinken im Uferschlick zu verhindern, so wie die im Vergleich zu anderen Raubkatzen großen Tatzen des Luchses ein zu tiefes Einsinken im Tiefschnee verhindern.
Durch das Waten im Wasser hatten unsere Vorfahren eine zunehmend aufgerichtete Körperhaltung! Wenn man erst mal bis über den Bauch im Wasser steht, bekommt der Oberkörper automatisch Auftrieb. In noch tieferem Gewässer kann man sich dann mit den Fußspitzen vorantasten und ggf. sensorisch abklären, wo das Wasser wieder seichter wird und wo man weiterhin stehen kann. Schlaganfallpatienten, die das Laufen wieder lernen müssen, trainieren ebenfalls in Wasserbecken, wo sie unter den Bedingungen einer durch den Körperauftrieb reduzierten Schwerkraft schnellere Fortschritte erzielen!
Über viele Generationen hinweg könnte also ein solches Lebensumfeld die frühesten menschlichen Vorfahren zu einer zunehmend vertikaleren Körperhaltung gebracht und letztlich bis zur Fähigkeit geführt haben, auch an Land aufrecht zu gehen.
„In so einem angenommenen Szenario sind insbesondere lange Beine von besonderem Wert! Bei niedrigem Wasser fließt weniger Wasser gegen den Bauch, sondern leichter zwischen den Beinen hindurch, was Energie spart und größere Geschwindigkeit ermöglicht..“
„…Bei einer Wassertiefe über dem Bauchnabel ragt bei längeren Beinen oder einem längeren Rumpf ein größerer Teil des Oberkörpers aus dem Wasser. Da dieser keinen Auftrieb erhält, kann das Individuum mehr Kraft mit den Füßen übertragen, was das Gehen erleichtert, und die erreichbare Geschwindigkeit erhöht. Bei kurzen Beinen wird man im Gegensatz hierzu durch den Auftrieb so leicht, dass das Gehen sehr schwer fällt…“
„Bei noch tieferem Wasser muss ein Primat mit kurzen Beinen schwimmen. Er hat keine Information mehr über die aktuelle Wassertiefe was sehr gefährlich werden kann. Mit längeren Beinen kann man auf Zehenspitzen hüpfend in flacheres Wasser gelangen.“
„Unsere frühesten, aufrecht gehenden Vorfahren waren als Übergangsformen anatomisch schlecht ausgerüstete, unsichere Zweifüßer. Im Wasser kann man sich als unsicherer Aufrechtgänger sicherer fortbewegen als an der Luft, denn das dickflüssigere Element wirkt etwa wie ein fließendes Stützkissen(..……). Wegen des niedrigeren Gewichtes ist außerdem die Belastung der noch nicht optimal konstruierten Gelenke geringer…“
Aus „Das Geheimnis des aufrechten Gangs“; C. Niemitz; Verlag C.H.Beck München; S.217
Lange Beine bieten noch einen weiteren Vorteil, wenn man im Wasser steht: Schaut man nämlich aus einer höheren Position auf die Wasseroberfläche herab, wirken sich die Spiegelungen (durch die Lichtbrechung) nicht so störend auf die Sicht auf Objekte unter der Wasserlinie bzw. auf dem Grund. Das Sichten und Erkennen potenzieller Nahrung (Krebse, Muscheln, kleinere Fische, etc.) sowie ein ggf. notwendiges schnelles Zugreifen funktionieren besser.
Carsten Niemitz stützt seine Hypothese durch einen weiteren Sachverhalt:
Fast alle Männer empfinden lange Beine als sexuell attraktiv!
Bild: Lange Beine sind ein universeller Attraktivitätsfaktor für fast jeden heterosexuellen Mann. Die Beinlänge der Frau links in der Zeichnung wurde künstlich auf ein leicht unnatürliches Niveau erhöht. Diesen „Trick“ wenden angeblich auch Modezeitschriften des Öfteren bei ihren Model-Bildern an.
Dies könnte darauf hindeuten, dass die sexuelle Vorliebe für lange Beine evolutionsgeschichtliche Hintergründe haben könnte und ursprünglich zur selektiven Entstehung langer Beine mit beitrug!
Kreationisten mögen an diesem Punkt vielleicht einwenden, warum Menschen dann mittlerweile keine 2 Meter langen Beine haben?!
Nun- adaptive Anpassungen erfolgen natürlich immer nur innerhalb funktionaler Grenzen, d.h. innerhalb jener Variabeln, die einen Überlebensvorteil bieten!
„……Natürliche Selektionswerte müssen aber immer Kompromisse eingehen (mit langen Beinen kann man schneller laufen, sich die langen Beine aber auch leichter brechen usw.)….“
Aus „Das Geheimnis des aufrechten Gangs“; C. Niemitz; Verlag C.H.Beck München; S.115
Die Indizienkette kann noch um einige plausible Aspekte erweitert werden:
Der Mensch ist der einzige Primat, der mit der oberen Körperhälfte Wärme austauscht. Wir schwitzen auf dem Brustbein, auf dem Rücken, im Gesicht und an den Armen, jedoch nicht an den Beinen (das Schwitzen der Fußsohlen hingegen dient, wie jenes der Handinnenflächen, nicht allein der Wärmeregulation, sondern einer verbesserten Haftung bzw. Griffigkeit).
Unsere Oberschenkel bleiben trotz Muskelarbeit außen kalt. Diese Isolation könnte als Anpassung an längeres Stehen im (kühleren) Wasser entstanden sein.
Ferner gibt es eine Reihe an Parasiten, die eine Larvenphase im Wasser haben, und sich ausschließlich den Menschen als Opfer bzw. „Wirt“ auserkoren haben (allen voran der tückische Bilharziose-Erreger, der in Afrika bis heute große Probleme verursacht).
Schließlich werden Fossilien unserer Vorfahren überaus häufig zusammen mit Schildkröten, Flusspferden oder einem sonstigen Wasser-Kontext gefunden, jene der anderen Primaten weitaus häufiger gemeinsam mit Antilopen und Schweinen.
Natürlich musste auch der Blutkreislauf für den aufrechten Gang stark modifiziert werden: Ein Mensch hat einen weitaus höheren Blutdruck als ein Säugetier von vergleichbarer Körpermasse. Zwischen Kopf und Füßen hat der Kreislauf beim erwachsenen Menschen mehr als eineinhalb Meter Höhenunterschied zu bewältigen, die elementaren Organe sind im Körper übereinander angeordnet (anstatt auf einer annähernd horizontalen Linie wie beim Vierbeiner). Es bedarf besonderer Venenklappen, um ein Versacken des Bluts in den Beinen zu verhindern. In diesem Zusammenhang wirkt sich Stehen oder Waten in hüfthohem Wasser entlastend auf den Kreislauf aus, da der auf Unter- und Oberschenkel wirkende Wasserdruck (Wasser ist knapp 780-mal dichter als Luft) einen Teil der nötigen Pumpkraft des Herzens erübrigt.
Schlusskommentar:
Ob die „Geburtsstunde“ des aufrechten Gangs tatsächlich im räumlichen Kontext zu Binnen- oder Meeresküsten oder gemäß der vorherrschenden Lehrmeinung in der afrikanischen Savanne erfolgte (sofern nicht womöglich sogar parallele Entwicklungsstränge vorliegen) , wird mglw. nie vollumfänglich geklärt werden?! Auf jeden Fall ist die Hypothese von C. Niemitz hinlänglich bemerkenswert und „schlüssig“, um sich einer näheren Erwägung würdig zu erweisen!
Menschen, die der Wissenschaft grundsätzlich sehr skeptisch gegenüberstehen, mögen dies vielleicht als Unzulänglichkeit erachten?! Ich denke, das Gegenteil ist der Fall! Wenn für ein bestimmtes Phänomen mehrere denkbaren Erklärungen infrage kommen, ist es nur konsequent, auch alle Möglichkeiten aufzuzeigen!
Anthropologie, Archäologie und Geschichte teilen nicht das „Problem“ der Physik und Biologie, einen Sachverhalt abschließend klären zu müssen! Wenn z.B. Atomkraftwerke, Computer und Medikamente gegen schwere Erkrankungen funktionieren bzw. wirken sollen, genügt es nicht, die Eigenschaften von Atomen, Molekülen, chemischen Reaktionen, Energieflüssen etc. auf ein näherungswertiges Spektrum an denkbaren Möglichkeiten einzugrenzen! Hier muss der tatsächliche Sachverhalt unweigerlich weitmöglichst erkannt, verstanden und letztlich experimentell bestätigt werden, um in technische und medizinische Anwendungen überführt zu werden!
Buchempfehlung:
Das Geheimnis des aufrechten Gangs – Unsere Evolution verlief anders
Autor: Carsten Niemitz
Verlag C.H. Beck München